| Vitaminmangel als Schutz? |
| Geschrieben von Sandra Therwer | |
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Wenn wir den Begriff „Vitaminmangel“ hören, denken wir unbewusst an Krankheit. Allein die Angst vor einem Vitaminmangel bewegt deshalb viele Menschen dazu, zusätzliche Vitamine in Form von Pillen zu sich zu nehmen. Spätestens jedoch, wenn bei einer Blutuntersuchung ein niedriger Vitaminspiegel im Blut festgestellt wird, greift auch der stärkste Gegner von Vitamintabletten zu Kapseln und Co. Doch was landläufig als „Vitaminmangel“ bezeichnet wird, kann auch eine Schutzfunktion vor bestimmten Krankheiten sein.
Aufschlussreiche Beispiele sind Vitamin B2 und Folsäure. Menschen, die in Malariagebieten leben, haben häufig einen „Mangel“ an diesen Vitaminen. In bester Absicht verabreichten Ärzte diesen Menschen die „fehlenden“ Vitamine. Mit einer katastrophalen Folge: Es erkrankten wesentlich mehr Menschen an Malaria. Später stellten die Ärzte fest, dass vor allem die Erreger der Malaria von den Vitaminen profitierten, da sie diese benötigen, um sich im Blut des Menschen zu vermehren. Bei Menschen mit einem Mangel an diesen Vitaminen können sich die Krankheitserreger kaum vermehren. Der Vitaminmangel hat in diesem Fall offensichtlich den biologischen Sinn, die Malariaerreger in Schach zu halten. Bekannt ist auch, dass ein niedriger Eisenspiegel im Blut vor Krankheiten schützen kann. Nicht umsonst fällt der Eisenspiegel im Blut bei Infektionen sofort steil ab. Der Körper versucht auf diese Weise den Krankheitserregern das Eisen zu entziehen, das diese für ihr Wachstum benötigen. Deshalb sollten niedrige Eisenspiegel im Blut auf keinen Fall zur grundsätzlichen Verabreichung von Eisen verleiten. Zuerst sollte die Ursache für den niedrigen Eisenspiegel geklärt werden. Handelt es sich um einen echten Eisenmangel in Form einer Eisenstoffwechselstörung ist die Einnahme von Eisen notwendig. Ist der Eisenmangel hingegen nur die Folge einer verdeckten Infektion, wird Ihnen die Einnahme von Eisen mehr schaden als nutzen. Beide Beispiele zeigen ganz klar, dass Vor- und Nachteile sowie die Ursache eines „Vitaminmangels“ abgeklärt werden müssen, bevor Sie gedankenlos Vitamin- oder Mineralstofftabletten einnehmen. Nehmen Sie solche Präparate daher wirklich nur auf ausdrücklichen ärztlichen Rat. |
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| Letzte Aktualisierung ( 12.09.2007 ) |
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