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Milch = gesund oder ungesund?
Geschrieben von Sandra Therwer   
 Vermutlich mussten auch Sie als Kind täglich Ihre Tasse Milch trinken, um „groß und stark“ zu werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt auch heute noch Milch für Wachstum und Knochenbildung. Immer mehr unabhängige Ernährungsberater behaupten jedoch, Kuhmilch sei für den menschlichen Verzehr nicht geeignet. Wer hat Recht?
 
Die Frage, ob Milch „gesund“ oder „ungesund“ ist, kann nicht pauschal beantwortet werden. Es hängt ganz davon ab, ob Sie den darin enthaltenen Milchzucker aufspalten können. Um diesen aufspalten und verdauen zu können, benötigen wir ein Enzym namens Lactase. Dieses wird aber normalerweise nur so lange gebildet, wie der Säugling Muttermilch benötigt. Danach wird es überflüssig und von den meisten Menschen nicht mehr gebildet. Trotzdem behalten etwa 90 Prozent der Mitteleuropäer die Fähigkeit, Milchzucker zu spalten – im Gegensatz zu Afrikanern und Asiaten, bei denen dies eine sehr seltene Ausnahme ist. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass es sich bei der erhalten bleibenden Lactasebildung bei Erwachsenen um eine genetische Anpassung an Kälte und Lichtmangel in Europa handelt. Denn der Milchzucker kann einen Lichtmangel kompensieren. Normalerweise bildet der Körper durch Sonneneinstrahlung auf die Haut Vitamin D, das für den Transport von Calcium benötigt wird. Kann jedoch aufgrund von mangelndem Sonnenlicht nicht genügend Vitamin D gebildet werden, kann der Milchzucker diese Transportfunktion des Vitamin D übernehmen. Menschen, die auch im Erwachsenenalter noch Lactase bilden und Milch trinken können, sind daher bei mangelndem Sonnenlicht im Vorteil.

Vertragen Sie Milch, dann ist sie ein gehaltvolles, nährstoffreiches Lebensmittel. Sie liefert viel leicht verdauliches Eiweiß, reichlich Calcium für gesunde Knochen und Zähne sowie weitere Mineralstoffe und Vitamine. Vertragen Sie sie jedoch nicht, bekommen Sie nach dem Trinken von Milch Bauchschmerzen, Blähungen oder gar Durchfall, dann nützen Ihnen auch die wertvollen Inhaltsstoffe wenig. Denn Menschen mit einer Milchzuckerunverträglichkeit können auch das Calcium aus der Milch kaum verwerten. In diesem Fall sollten Sie lieber die Finger von der weißen Flüssigkeit lassen.




Letzte Aktualisierung ( 24.05.2007 )
 
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