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Fehlgesteuertes Essverhalten
Geschrieben von Sandra Therwer   
Sie trauen ihrem Appetit nicht? Sie glauben, wenn Sie nur auf Ihren Appetit hören würden, würden Sie sich nicht gesund genug ernähren? Das mag sein. Der instinkitive Appetit, der von Natur aus dafür sorgt, dass unser Körper mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt wird, kann uns im Laufe des Lebens verloren gehen. Doch wie kommt es dazu? Warum wissen kleine Kinder instinktiv welche Lebensmittel ihnen gut tun, Erwachsene jedoch häufig nicht mehr?

Kleine Kinder entscheiden noch instinktiv was und wieviel sie essen. Mit zunehmendem Alter wird dieser Instinkt jedoch durch gelerntes Verhalten überlagert. Neben den Eltern prägen kulturelle Einflüsse, Lebensstil und mehr oder weniger richtige Überzeugungen unser späteres Essverhalten.

Lernprozesse in der Kindheit können unsere natürliche Appetitregelung durcheinander bringen. Dies zeigt folgendes Beispiel besonders eindrucksvoll: Wird ein Kind gezwungen seinen Teller aufzuessen, auch wenn es keinen Hunger mehr hat, verliert es mit der Zeit sein natürliches Sättigungsgefühl. Irgendwann stellt sich das Sättigungsgefühl nur noch in Verbindung mit dem leer gegessenen Teller ein. Gelerntes Essverhalten kann demnach auf den Appetit zurückwirken.

Ein anderes schönes Beispiel ist der weitverbreitete Appetit auf Orangen bei Erkältungskrankheiten. Dieser ist uns durchaus nicht angeboren, sondern vom Kopf beeinflusst. Der Gedanke, dass wir bei Erkältung Vitamin C brauchen und Orangen viel Vitamin C enthalten, beeinflusst den Appetit.

Oft ist es aber so, dass wir unseren gesunden Appetit noch haben, dieser jedoch unter Konventionen, Bequemlichkeit und Überzeugungen begraben ist. Aus Überzeugung werden Lebensmittel gemieden, die uns sehr gut schmecken, und andere gegessen, die wir eigentlich nicht mögen. So manchem Vegetarier fällt der vollständige Verzicht auf Fleisch sehr schwer. Andere Zeitgenossen zwingen jeden Morgen ihr Frischkornmüsli in sich rein, das ihnen eigentlich nicht schmeckt. Dieses Verhalten ist typisch für Erwachsene. Passen Appetit und Verstand so gar nicht zusammen, ist die Lösung einfach: Hören Sie einfach wieder mehr auf Ihren Appetit. Ansonsten kann es sinnvoll sein, sich einmal Gedanken über seine Gewohnheiten zu machen.
Letzte Aktualisierung ( 18.08.2006 )
 
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