| Essen nach Zahlen |
| Geschrieben von Sandra Therwer | |
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Wissen Sie ob Sie genug Nährstoffe zu sich nehmen? Gehören Sie zu denjenigen, die die Nährstoffangaben auf der Frühstücksflockenpackung genauestens studieren oder eher zu denjenigen, die mit diesen Zahlen nichts anfangen können? Da heißt es zum Beispiel: "100 Gramm enthalten: 410 Kilokalorien, 65,9 Gramm Kohlenhydrate, davon 26,6 Gramm Zucker, 21% des Tagesbedarfes an Vitamin B1, 25% des Tagesbedarfes Eisen,.." etc. Klingt nicht schlecht, aber was sagen diese Zahlen aus?
Wer wissen will, ob er ausreichend Nährstoffe, sprich Eiweiß, Kohlenhydrate, essentielle Fettsäuren, aber auch Vitamine und Mineralstoffe zu sich nimmt, orientiert sich am sogenannten Tagesbedarf. Dieser ist in Nährstofftabellen nach Alter und Geschlecht aufgelistet und erweckt den Anschein genauester Berechnungen. Allerdings spricht jedes Land andere Empfehlungen aus. So werden einem Amerikaner 60 mg Vitamin C empfohlen, einem Briten müssen 30 mg reichen und ein Deutscher braucht gar 75 mg Vitamin C. Hängt der Nährstoffbedarf eines Menschen etwa von seiner Nationalität ab? Da dies nicht sehr wahrscheinlich ist, kann man daraus schliessen, dass diese Werte nicht korrekt sein können. Es handelt sich in der Tat lediglich um Schätzwerte, "von denen angenommen wird, dass sie nahezu alle Personen der jeweils angegebenen Gruppe vor ernährungsbedingten Gesundheitsschäden schützen", so die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Der tatsächliche Bedarf schwankt von Mensch zu Mensch. Es ist unmöglich einen für alle Menschen gültigen Bedarfswert zu ermitteln. Diese Kenntnis entzieht den Nährwertangaben auf den beliebten Frühstücksflocken ihre Basis. Wenn wir unseren Bedarf nicht kennen, können wir mit den Nährwertangaben nicht viel anfangen. Die Zahlen helfen uns also nicht weiter. Bei natürlichen Lebensmitteln kommt hinzu, dass ihr Gehalt an Nährstoffen nicht konstant ist. So schwankt zum Beispiel der Vitamin C-Gehalt von Äpfeln je nach Sorte um ein Zehnfaches. Verzichten Sie daher lieber auf Nährwerttabellen und das Zusammenzählen von Nährwertangaben. Vertrauen Sie lieber darauf, dass Ihr Appetit dafür sorgt, dass Sie genügend Nährstoffe erhalten. |
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| Letzte Aktualisierung ( 12.08.2006 ) |
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